Erschossen beim Gassi gehen in Teltow

Teltower Hundehalter erheben schwere Vorwürfe gegen den Jäger, der ihre Labrador-Hündin auf den Buschwiesen erschoss.

«Teltow – Es sind die kleinen Gesten, die seit dem Tod Stellas fehlen, sagt Katrin R. Die warme Pfote auf der Hand oder das Klopfen an der Schlafzimmertür. „Eigentlich mochte ich das nicht, wenn sie am Morgen mit ihrem Schwanz laut gegen die Tür gewedelt hat“, sagt Katrin R. Sie wirft ihrem Mann einen traurigen Blick zu. „Jetzt fehlt es uns so sehr.“ Ein Schuss auf ihre fünfjährige Labrador-Hündin Stella hat das Leben der tierlieben Teltower Familie auf den Kopf gestellt.Solch eine schwarze Labradorhündin wurde erschossen © Foto: Annika Jungherz  / pixelio.de

Bei einem Abendspaziergang am vergangenen Wochenende hatte ein 79-jähriger Jäger die freilaufende Hündin auf einem Feld an den Buschwiesen ins Fadenkreuz genommen und abgedrückt (PNN berichteten). Der Schuss auf die schwarze Labrador-Hündin war tödlich. Gegenüber der Polizei hatte der Jäger angegeben, Stella beim Wildern erwischt zu haben. Um ein Reh vor den Bissen des Hundes zu schützen, habe er geschossen.

Die Familie hat jetzt der Version des Jägers widersprochen und schwere Vorwürfe gegen ihn erhoben.»

 

So schreibt Tobias Reichelt in seinem Artikel von den Potsdamer Neuessten Nachrichten am 29. Januar 2014.

Es ist schon ziemlich unglaublich, was so in einer normalen Kleinstadt passieren kann. Im Jagdgesetz für das Land Brandenburg ist allerdings im § 38 geregelt, dass der Jagdausübungsberechtigte die Pflicht hat, das Wild vor Beeinträchtigungen - und somit auch vor "wildernden Hunden" und "streunenden Katzen" zu schützen.

So verständlich und nachvollziehbar diese Regelung einerseits ist, so seltsam mutet sie in diesem Fall in seiner Anwendung an, da doch die Buschwiesen in Teltow bekannt und beliebt sind als Hundeauslauf.

Dabei zeigt sich deutlich das Problem, dass die Stadt Teltow und die Gemeinden Kleinmachnow und Stahnsdorf bisher noch keine offiziellen Hundeauslaufgebiete ausgewiesen hat.

Theoretisch kann es also jeden Hundehalter in ähnlicher Form treffen, sobald er mit seinem Hund unangeleint in der freien Natur unterwegs ist.

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