Tierportal Deutschland empfiehlt: Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater rät neben einer guten Prophylaxe zur regelmäßigen Kontrolle von Hunden

ZeckeWie in jedem Jahr wieder, klagen derzeit Hundebesitzer vermehrt über Zecken, die sich in das Fell und in die Haut ihrer Hunde festsetzen. Mögen auf den ersten Blick diese kleinen Tiere ungefährlich wirken, sind sie jedoch für Hunde eine große Gefahr, wie der Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater (BHV) e.V. sagt. „Zecken sind nicht nur lästig und können an der Einstichstelle juckende und brennende Beulen hervorrufen“, erklärt der Berliner Tierarzt und BHV-Mitglied Dr. Roderich Sondermann. „Diese Beulen können sich besonders nach dem Kratzen entzünden.“ Da es Hunde gibt die unter Allergien leiden, reagieren diese unter Umständen sehr heftig gegen Zeckenbisse. Wesentlich bedeutender sei jedoch die Tatsache, dass Zecken ernsthafte bis lebensbedrohliche Erkrankungen übertragen können. „Durch Zeckenbisse sind Hunde gefährdet, an Borreliose, Babesiose oder Anaplasmose und - relativ selten - auch an FSME zu erkranken“, sagt der Tiermediziner. Das Schlimmste kann durch eine ordentliche Prophylaxe verhindert werden.

Zecken gehören neben Flöhen zu den häufigsten äußeren (Ekto-) Parasiten unserer Hunde, sagt Dr. Roderich Sondermann. Im Gegensatz zu Flöhen leben Zecken nicht dauerhaft auf ihrem Wirt, sondern nur zu den „Mahlzeiten“, bei denen sie Blut saugen. Das dauert je nach Zeckenart und anderen Faktoren etwa zwei bis zu zehn Tage. Danach fallen sie ab. Je nach Entwicklungsstadium verbleiben sie draußen, suchen einen neuen Wirt oder legen bis zu 3.000 Eier ab.

Die Gefahr in Form von Zecken lauert inzwischen überall in der Bundesrepublik. Diese kleinen Tierchen krabbeln an Gräsern, Sträuchern und Büschen auf der Suche nach einem neuen Wirt. Je nach Entwicklungsstadium ca. 10 bis 15 Zentimeter bis zu maximal 1,5 m in die Höhe und lassen sich von vorbeilaufenden Tieren (oder Menschen) „abstreifen“. Ihren neuen Wirt orten sie über den Körpergeruch der Haut, der Atemluft, über Wärmesensoren und eventuell auch über Vibrationen. Sind sie erst einmal auf dem Körper gelandet, krabbeln sie auf der Suche nach einer geeigneten Einstichstelle herum. „Sie bevorzugen wenig behaarte, dünne Hautpartien, beim Hund besonders in Kopfnähe, in Flanken und Innenschenkeln, aber auch im Zwischenzehenbereich und anderen Stellen“, berichtet Dr. Roderich Sondermann. Besonders unangenehm, teilweise schmerzhaft, sind sie im Anal- und Genitalbereich und an Augenlidern und Ohren. Der Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater rät daher, trotz Einsatzes von speziellen Anti-Zecken-Präparaten, Hunde regelmäßig auf Parasiten abzusuchen und diese schnell zu entfernen.

Während der bislang weit verbreitete Holzbock eher Juckreiz und im schlimmsten Fall Entzündungen sowie Borreliose und FSME auslösen kann, ist die Auwaldzecke heimtückisch und überträgt zusätzlich die sogenannte, oft tödlich endende Hundemalaria. Diese Krankheit breitet sich zunehmend in Deutschland aus. Dahinter verbirgt sich ein Zerfall roter Blutkörperchen. „Diese Zecke kann der Laie daran erkennen, dass sie im Unterschied zum Holzbock eine marmorierte Zeichnung auf ihrem Schild hat“, sagt Dr. Roderich Sondermann. Während es gegen Borreliose beim Hund Impfungen gibt, ist ein Impfschutz gegen die unter dem Namen Babesiose bekannte Hundemalaria noch nicht vorhanden.

Wie schütze ich meinen Hund vor Zeckenbissen?

Wichtig ist zu wissen, dass die Borreliose erst frühestens 24 Stunden nach dem Saugakt von der Zecke auf den Hund übertragen wird. Wenn es gelingt, innerhalb dieser Zeit alle Zecken vom Hund zu entfernen, so ist eine Krankheitsübertragung unwahrscheinlich. Praktisch ist das allerdings kaum machbar, denn auch jugendliche, sehr kleine Exemplare (Larven, Nymphen) können schon Krankheitserreger übertragen. Und bei langhaarigen Hunden mit sehr dichtem Fell sind auch erwachsene Zecken schwer zu finden.

Hat man am Hund eine Zecke gefunden, sollte sie sofort entfernt werden. Dazu benutzen Hundebesitzer einfache Zeckenzangen (Plastik), mit denen die Zecke so hautnah wie möglich erfasst wird. „Wir drehen vorsichtig, ohne zu ziehen, solange, bis sich die Zecke gelöst hat“, rät Dr. Roderich Sondermann. Sollte man zu schnell zeihen, kann die Zecke aber auseinanderreißen. Eine Alternative zur Zange sind Zeckenhaken, welche die Zecke regelrecht aus der Haut herausheben.

Bei der Anwendung von vorbeugenden Mitteln rät der BHV davon ab, alternative Mittel aus dem Zoofachhandel zu verwenden. Diese Mittel unterliegen nicht den strengen Kontrollen des Arzneimittelgesetzes und sind in den meisten Fällen schlicht unwirksam.

Ratsam ist die Anwendung von sogenannten Spot on-Präparaten. Das sind Tropfen, die an bestimmten Körperstellen auf die Haut des Hundes aufgetragen werden und sich über die gesamter Körperoberfläche verteilen. „Es gibt eine ganze Reihe von Präparaten, die eine gute Wirksamkeit sowohl beim Abtöten als auch beim Abschrecken (sog. Repellentwirkung) der Zecken haben“, erklärt Dr. Roderich Sondermann. Allen gemeinsam ist der Wirkstoff Permethrin, der als einziger bisher eine zuverlässige Wirkung zeigt. Auch einige Halsbänder sind wirksam. Der Nachteil: Der Wirkstoff befindet sich ständig auf dem Fell des Tieres und kann beim Streicheln auf die Hände des Hundehalters übergehen. In jedem Fall sollte für eine erfolgreiche Zeckenprophylaxe ein praktischer Tierarzt zu Rate gezogen werden.

Foto: pixelio.de/ Sylvia Voigt

 

 

 

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